Künstliche Ernährung von Dialyse­patienten

Bei der Wahl einer geeigneten Trink- oder Sondennahrung sollten die speziellen Anforderungen von Dialysepatienten berücksichtigt werden. Da die Nieren von Dialysepatienten nicht mehr in der Lage sind, Kalium und Phosphat in ausreichender Menge aus dem Blut herauszufiltern und auszuscheiden, muss die Elektrolytbilanz streng kontrolliert werden.

Dazu gehört eine Reduzierung der Kalium- und Phosphataufnahme über die Nahrung. Auch Trink- und Sondennahrungen enthalten Kalium und Phosphat. Dialysegerechte Produkte enthalten diese jedoch in reduzierten Mengen. Dadurch stören diese bilanzierten Diäten die Elektrolytbilanz nicht wesentlich. Zudem erhält der Patienten mehr Freiheit bei der Auswahl der natürlichen Lebensmittel.

Die aktuelle Handlungsempfehlung der S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) lautet:

„Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz und chronisch krankheitsspezifischer Mangelernährung kann die Verwendung von speziell an die Bedürfnisse von Dialysepatienten angepassten Ernährungspräparaten die metabolische Führung erleichtern.“

Die Arzneimittelrichtlinie stuft vollbilanzierte Produkte mit Anpassung für niereninsuffiziente Patienten explizit als verordnungsfähig ein.

Auswahlkriterien bei Trink- und Sondennahrung

Folgende Eigenschaften enteraler Ernährungsprodukte (Trinknahrung und Sondennahrung) sind für Dialysepatienten von Vorteil oder sogar obligat:

  • Vollbilanziert: das bedeutet, dass alle lebensnotwendigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis enthalten sind, sodass eine bedarfsgerechte ausschließliche Ernährung über das Produkt theoretisch möglich ist
  • Hochkalorisch: eine Energiedichte von mindestens 2 kcal/ml bedeutet für Dialysepatienten ein geringes Trinkvolumen und keine zusätzliche Anrechnung von Wasser in die Flüssigkeitsbilanz
  • Eiweißreich: um dem erhöhten Eiweißbedarf von Dialysepatienten gerecht zu werden
  • Kalium- und phosphatreduziert: vermeidet eine zusätzliche Belastung mit Kalium und Phosphat durch die Zusatznahrung. Mehr Freiheit bei der Auswahl der natürlichen Lebensmittel bedeutet mehr Lebensqualität
  • Geringes Trinkvolumen: um appetitlosen Patienten die tägliche Einnahme von Trinknahrung zu erleichtern
  • Angenehmer Geschmack und Sortenvielfalt: damit jeder Patient passende und ihm schmeckende Sorten findet, mit denen er über den Zeitraum der Ernährungstherapie zurechtkommt
  • Abwechslung: damit die Patienten am Ball bleiben und die Ernährungstherapie wirken kann
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Die enterale Ernährungstherapie, egal ob oral oder gastral/jejunal über eine Sonde, gilt als die ernährungsphysiologisch vorteilhafteste Therapieform, da dieser Weg der natürlichste in der Ernährung eines Menschen ist. Durchläuft der Nahrungsbrei den Gastrointestinaltrakt, so werden daraufhin wichtige Signalstoffe und Hormone ausgeschüttet, die nicht nur wichtig sind für die Verdauung, sondern auch für die Entstehung von Hunger und Appetit. So wird einem appetitlosen Patienten die Chance gegeben, den Appetit wiederzuerlangen.

Auch für das Immunsystem spielt der Weg der Nahrung durch Magen und Darm eine wesentliche Rolle. Die enterale Ernährung fördert die Aufrechterhaltung der natürlichen Darmbarriere, ein wichtiger Schutzwall des Körpers gegen krankheitserregende Keime.

Enterale Ernährung über die Sonde

Patienten, die nicht in der Lage sind, ihre Nahrung oral, also über den Mund, zu sich zu nehmen, können über eine Magensonde (PEG) oder jejunal ernährt werden. Häufig betrifft dies Patienten auf der Intensivstation, aber zum Beispiel auch Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt oder nach einer OP, die anschließend Zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung betreut werden.

Dialysepatienten sollten eine an ihre speziellen Bedürfnisse angepasste Sondennahrung erhalten. Bei gestörter Elektrolytbilanz kann der Einsatz einer kalium- und phosphatreduzierten Sondenkost das Komplikationsrisiko verringern. Das bei Dialysepatienten auf der Intensivstation häufig vorkommende kardio-renale Syndrom verlangt unter anderem nach einer strengen Kontrolle der Kaliumbilanz. Die gefürchtete Hyperkaliämie kann bei Dialysepatienten zu Herzrhythmusstörungen und Herzversagen führen. Eine überhöhte Kaliumzufuhr durch standardisierte Sondennahrungen kann die Entstehung einer Hyperkaliämie begünstigen. Aufwändige und kostenintensive Notdialysen sind dann oftmals unumgänglich.

Neben Kalium und Phosphat sollte sich auch der Natriumgehalt in einem dialysegerechten Level bewegen. Ein zu hoher Natriumgehalt in der Nahrung kann eine Hypervolämie begünstigen.

Die Anpassung von Energie und Eiweiß auf den erhöhten Bedarf von Dialysepatienten sorgt für eine geringere Volumenbelastung des Patienten. Je mehr Energie und Eiweiß pro ml in der Sondenkost enthalten ist, desto weniger Volumen ist zur adäquaten Versorgung des Patienten nötig. Produkte mit einer Energiedichte von 2 kcal pro ml erfüllen diese Anforderungen und bleiben gleichzeitig flüssig genug, um einen reibungslosen Lauf durch die Sonde zu gewährleisten. Eine Laufrate von mindestens 20 ml pro Stunde sollte aber bei solch hochkalorischen Sondenkosten nicht unterschritten werden. Vor Sondierung das Produkt gut schütteln und auf Zimmertemperatur einstellen. Die Verabreichung erfolgt per Ernährungspumpe oder Bolusgabe.

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