Kann Trink­nahrung verordnet werden?

Der behandelnde Arzt kann Ihnen oder Ihren Angehörigen eine Trinknahrung auf einem roten Rezept verordnen, wenn die Fähigkeit zur ausreichenden normalen Ernährung eingeschränkt ist und eine Anpassung der normalen Ernährung oder sonstige Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation allein nicht ausreichen.

Wenn die verminderte Nahrungsaufnahme zum Beispiel durch Schmerzen beim Kauen verursacht wurde, sollten die Schmerzen, parallel zur Einnahme einer Trinknahrung, nach Möglichkeit behoben werden. Das bedeutet, dass eine Anpassung der normalen Ernährung oder sonstige Maßnahmen mit der Verordnung einer Trinknahrung kombiniert werden können.

Hat der Arzt die Trinknahrung auf einem roten Rezept verordnet, dann übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, so wie bei einem Arzneimittel. Der Patient muss nur die Rezeptgebühr zahlen, sofern er von der Rezeptzuzahlung nicht befreit ist.

Im Sozialgesetzbuch V, §31(5) ist der Anspruch auf „bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung“ (= vollbilanzierte Trinknahrung) unter bestimmten Voraussetzungen klar festgelegt. Eine vollbilanzierte Trinknahrung enthält alle Nährstoffe zur Deckung des täglichen Bedarfs, sodass eine ausschließliche Ernährung über die Trinknahrung theoretisch möglich ist.

Der Arzt muss die Verordnung der Trinknahrung mit der medizinischen Notwendigkeit gegenüber der Krankenkasse begründen können. Dazu zählen zum Beispiel ein ungewollter Gewichtsverlust, ein zu niedriger BMI oder auffällige Laborwerte.

Mit unserem Ernährungscheck können Sie schnell und einfach herausfinden, ob Sie oder Ihre Angehörigen eine Ernährungstherapie benötigen:

Sie sind Arzt, Pflegefachkraft oder Ernährungsberater und möchten mehr zum Thema Verordnung von Trinknahrung erfahren? Wir haben viele Informationen im Fachkreisebereich unserer Seite unter der Rubrik „Verordnung von Trinknahrung“ für Sie zusammengestellt.

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