Leitlinien zur enteralen Ernährung

Aus welchem Grund wurden Leitlinien entwickelt?

Bis zum heutigen Tag wird Mangelernährung unterschätzt – sowohl in Bezug auf die Häufigkeit als auch hinsichtlich der Folgen für die Betroffenen. Gerade ältere, kranke Menschen sind oftmals mangelernährt und haben wegen ihres schlechten Ernährungszustandes ein höheres Risiko zu sterben.

Während eines Klinikaufenthaltes sind die Folgen einer Mangelernährung besonders deutlich zu erkennen: Mangelernährte Patienten neigen eher zu Infektionen, sprechen weniger gut auf Therapien an, haben höhere Komplikationsraten und insgesamt eine schlechtere Prognose als Patienten in einem guten Ernährungszustand. Doch nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ist deutlich geringer, auch der Therapie- und Pflegeaufwand ist höher, was sich in den Kosten niederschlägt: Allein in Deutschland verursacht die Mangelernährung jedes Jahr Mehrkosten in Höhe von rund neun Milliarden Euro*.

Um den Ernährungszustand mangelernährter Patienten zu verbessern, setzen die behandelnden Ärzte enterale Ernährung in Form einer Trink- oder Sondennahrung ein. Je nach Krankheitsbild unterscheiden sich die Trink- und Sondennahrungen erheblich in ihrer Zusammensetzung. So haben beispielsweise Dialysepatienten eine stark veränderte Stoffwechsellage, die eine speziell angepasste Trink- und Sondenkost erforderlich macht. Um Ärzten die Auswahl der jeweils geeigneten Ernährungsform und Nahrung zu erleichtern, wurden Leitlinien zur Enteralen Ernährung entwickelt.

Diese erarbeiteten 88 Experten auf dem Gebiet der klinischen Ernährung wie Ärzte, Apotheker sowie Fachkräfte für Ernährung und Pflege aus mehreren Ländern unter Leitung der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN). Dabei werteten die Experten in den Jahren 2004 und 2005 Studien zur enteralen Ernährung aus und entwickelten krankheitsspezifische Empfehlungen zum Einsatz enteraler Ernährung:

„Die ESPEN-Leitlinien Enterale Ernährung reflektieren das aktuelle ernährungsmedizinische Wissen zur enteralen Ernährungstherapie und fassen für den Anwender zusammen, wann eine enterale Ernährung indiziert ist und welche Ziele im Hinblick auf Ernährungszustand, Lebensqualität und Outcome erreicht werden können.**“

Erfahren Sie mehr zum Thema:

*Quelle: Löser, Christian (Hrsg.): Unter- und Mangelernährung. Klinik – moderne Therapiestrategien – Budgetrelevanz, Stuttgart 2011m S. Xf.

**Quelle: Schütz T et al. ESPEN-Leitlinien Enterale Ernährung… Aktuel Ernaehr Med 2006M; 31: 197

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