Ernährung bei chronischer Niereninsuffizienz

Essen und Trinken ist immer auch gleichbedeutend mit Lebensqualität. Nicht nur für den weiteren Krankheitsverlauf ist es daher von enormer Wichtigkeit, dass Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sich stets ausgewogen und ausreichend ernähren.

Um den Behandlungsverlauf optimal zu unterstützen, sollten Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sich

  • energiereich
  • eiweißangepasst
  • kaliumarm
  • phosphatarm sowie
  • salzarm

ernähren und ihre tägliche Trinkmenge erhöhen. Diese verschiedenen Anforderungen sind jedoch nicht immer leicht zu erfüllen, schließlich soll auch die Lust am Essen beibehalten werden. Die achtseitige Broschüre In 3 Schritten zur richtigen Ernährung – Eine Anleitung für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ohne Dialysebehandlung“ im handlichen DIN A 5-Format kann die Betroffenen und deren Angehörige dabei unterstützen. Mithilfe des übersichtlichen Ratgebers werden Patienten in drei einfachen Schritten zu einer nierenfreundlichen und schmackhaften Ernährung angeleitet.

1. Schritt: Die geeignete Auswahl der Lebensmittel

Hier erfahren Nierenpatienten, welche Nahrungsmittel für sie gut geeignet sind und welche Nahrungsmittel aufgrund ihres hohen Gehalts an Kalium, Phosphat oder Salz gemieden werden sollten.

2. Schritt: Die geeigneten Portionsgrößen

Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz benötigen genügend Energie und Nährstoffe bei einer gleichzeitig angemessenen Eiweißzufuhr. Die Broschüre zeigt im zweiten Schritt, wie die Portionen optimal zusammengestellt werden.

3. Schritt: Die geeignete Zubereitung

Für jede Lebensmittelgruppe sind wertvolle Hinweise enthalten, wie bei der Zubereitung der Mahlzeiten zusätzlich Kalium, Phosphat und Eiweiß eingespart werden können.

Gerne können Sie die Broschüre „In 3 Schritten zur richtigen Ernährung – Eine Anleitung für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ohne Dialysebehandlung“ Downloaden oder kostenlos über unser Kontaktformular anfordern.

 

Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung – meine Schwerpunkte

Hier erhalten Sie einen Überblick, welche Bedeutung die einzelnen Nahrungsbestandteile für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz haben:

  • Energie

Es ist wichtig, stets genügend zu essen, um sich mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Im Fall einer Unterversorgung mit Energie werden die körpereigenen Energiereserven und die Muskulatur abgebaut. Die Folgen sind eine verminderte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Was können Betroffene tun?

Sofern kein Übergewicht vorliegt, sollte bei der Zusammenstellung der Nahrung auf eine ausreichende Energiezufuhr geachtet werden. Untergewichtige Patienten wählen größere Portionen aus und greifen gegebenenfalls auf eine energiereiche Zusatznahrung zurück, wie z. B. restoric nephro prae – unter Berücksichtigung einer bedarfsgerechten Eiweißzufuhr.

  • Eiweiß

… ist ein lebensnotwendiger Baustein für den Körper. Eine stark eiweißreiche Kost kann jedoch das Fortschreiten einer Nierenerkrankung begünstigen, da die Eiweißabbauprodukte über die Nieren ausgeschieden werden. Falls keine Mangelernährung vorliegt, sollte daher eine moderate, tägliche Eiweißaufnahme zur Entlastung der Nieren angestrebt werden.

Was können Betroffene tun?

Schränken Sie die tägliche Zufuhr von eiweißreichen Lebensmitteln ein und achten Sie auf eine hochwertige Eiweißzusammensetzung der Kost. Dies gelingt, indem tierische sowie pflanzliche Lebensmittel bei der Zubereitung der Mahlzeit miteinander kombiniert werden (z. B. ein Gericht aus Kartoffeln und Hühnerei).

  • Kalium

… ist ein bedeutender Mineralstoff für die Muskelregulation. Es ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, in besonderem Maß in einigen Obst- und Gemüsesorten wie Banane, Süßkirschen, Broccoli, Erbsen, aber auch in Kartoffeln. Mit fortschreitender Nierenschädigung kann Kalium nicht mehr ausreichend über die Niere ausgeschieden werden, sodass der Kaliumgehalt im Blut möglicherweise gefährlich ansteigt. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall sogar ein Herz-Kreislauf-Stillstand.

Was können Betroffene tun?

Besonders kaliumreiche Lebensmittel sollten nur in geringem Maß verzehrt werden. Zusätzlich lässt sich der Kaliumgehalt bestimmter Lebensmittel mit speziellen Zubereitungsmethoden weiter verringern.

  • Phosphat

… ist eine Mineralstoffverbindung, die wichtig für den Knochenstoffwechsel ist. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Phosphat nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Anders als Kalium lässt sich Phosphat auch nicht durch bestimmte Zubereitungsverfahren aus den Lebensmitteln entfernen. Zu hohe Phosphatkonzentrationen können zu Gefäßverkalkungen und Verschlüssen von Blutgefäßen führen.

Was können Betroffene tun?

Vermeiden Sie besonders phosphatreiche Lebensmittel wie Milch und Hartkäse. Da eiweißreiche Nahrungsmittel in der Regel gleichzeitig sehr phosphathaltig sind, verringert eine moderate Eiweißzufuhr die Menge an aufgenommenem Phosphat. Versuchen Sie außerdem, auf Produkte mit phosphathaltigen Zusatzstoffen zu verzichten. Hat Ihr Arzt Ihnen Phosphatbinder verordnet, nehmen Sie diese bitte zu phosphatreichen Mahlzeiten ein.

  • Kochsalz

… spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes. Eine salzarme Ernährung kann sich bei Bluthochdruck und Wassereinlagerungen positiv auswirken.

Was können Betroffene tun?

Vermeiden Sie salzreiche Lebensmittel – insbesondere Fertiggerichte sind oftmals sehr salzhaltig. Verwenden Sie Salz bei der Zubereitung von Lebensmitteln nur sparsam. Stattdessen können frische Kräuter und reine Gewürze für Geschmacksvielfalt sorgen. Auf Diätsalze sollten Sie verzichten, da diese viel Kalium enthalten können.

  • Flüssigkeit

Bei chronischer Nierenerkrankung im Frühstadium kann eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme die Nierenleistung unterstützen. Wenn die Nierenschädigung weiter fortschreitet, kann jedoch weniger Wasser über die Niere ausgeschieden werden. Dann kann es zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommen, sodass der Arzt möglicherweise eine Einschränkung der täglichen Trinkmenge empfiehlt.