Ernährung bei Nieren­erkrankungen

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz ist eine angepasste und bedarfsgerechte Ernährung besonders wichtig. Denn die Nieren üben einen wesentlichen Einfluss auf den Stoffwechsel im Körper aus. Sie filtern und entfernen Stoffwechselgifte über die Ausscheidung von Urin. Darüber hinaus regulieren sie den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck, den Säure-Basen-Haushalt sowie den Elektrolythaushalt und geben Hormone in das Blut ab.

Da die erkrankten Nieren ihre Funktion als „Entgifter des Körpers“ nicht mehr in ausreichendem Maße erfüllen können, sammeln sich Stoffwechselgifte im Blut an und führen, je nach Stadium der Niereninsuffizienz, zu Beschwerden bei den Betroffenen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein können.

Mit einer angepassten, nierenfreundlichen Ernährung kann die Menge an schädlichen Abbauprodukten im Körper verringert werden. Auf diese Weise können die bereits geschädigten Nieren entlastet werden.

Es lohnt sich jedoch auch aus einem weiteren Grund, vermehrt auf die Ernährung zu achten: Da eine eingeschränkte Nierenfunktion häufig mit abnehmendem Appetit einhergeht, geraten viele Patienten in eine Mangelernährung. Diese wirkt sich ungünstig auf den weiteren Krankheitsverlauf aus. Mithilfe einer ausreichenden Ernährung, welche die speziellen Anforderungen der Niereninsuffizienz berücksichtigt, haben die Betroffenen einen großen Einfluss auf ihre Lebensqualität und können der Entstehung von Mangelzuständen entgegen wirken.

Je nach Stadium der Nierenerkrankung unterscheiden sich die Bedürfnisse hinsichtlich einer optimalen Ernährung zum Teil erheblich voneinander. So haben Dialysepatienten mitunter andere Schwerpunkte zu setzen als Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ohne Dialysebehandlung.

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Patienten mit Nierenerkrankung ohne Dialysepflicht

Hier erhalten Sie einen Überblick, welche Bedeutung die einzelnen Nahrungsbestandteile für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ohne Dialysepflicht haben:

Energie

Es ist wichtig, stets genügend zu essen, um sich mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Im Fall einer Unterversorgung mit Energie werden die körpereigenen Energiereserven und die Muskulatur abgebaut. Die Folgen sind eine verminderte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Untergewichtige Patienten wählen größere Portionen aus und greifen gegebenenfalls auf eine energiereiche, eiweißmoderate Zusatznahrung zurück, wie z. B. restoric nephro prae.

Patienten mit Übergewicht besprechen am besten mit ihrem Arzt, ob eine gezielte Gewichtsreduktion angestrebt werden sollte. Wichtig ist dabei, dass durch eine fachgerecht durchgeführte Ernährungsumstellung überschüssige Fettmasse bis zum Erreichen des Zielgewichts verloren geht. Der Verlust von Körpereiweiß sollte unbedingt vermieden werden! Eine qualifizierte Ernährungsberatung sollte in jedem Fall hinzugezogen werden.

Mithilfe des Body-Mass-Index (BMI) können Sie überprüfen, ob Ihr Gewicht im normalen Bereich liegt oder ob Sie an Unter- oder Übergewicht leiden. Als Hilfestellung finden Sie dazu hier unseren praktischen Online-BMI Rechner.

Eiweiß

… ist ein lebensnotwendiger Baustein für den Körper. Eine stark eiweißreiche Kost kann jedoch das Fortschreiten einer Nierenerkrankung begünstigen, da die Eiweißabbauprodukte über die Nieren ausgeschieden werden. Falls keine Mangelernährung vorliegt, sollte daher eine moderate, tägliche Eiweißaufnahme zur Entlastung der Nieren angestrebt werden.

Schränken Sie die tägliche Zufuhr von eiweißreichen Lebensmitteln ein und achten Sie auf eine hochwertige Eiweißzusammensetzung der Kost. Dies gelingt, indem tierische sowie pflanzliche Lebensmittel bei der Zubereitung der Mahlzeit miteinander kombiniert werden (z. B. ein Gericht aus Kartoffeln und Hühnerei).

Kalium

… ist ein bedeutender Mineralstoff für die Muskelregulation. Es ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, in besonderem Maß in einigen Obst- und Gemüsesorten wie Banane, Süßkirschen, Brokkoli, Erbsen, aber auch in Kartoffeln. Mit fortschreitender Nierenschädigung kann Kalium nicht mehr ausreichend über die Niere ausgeschieden werden, sodass der Kaliumgehalt im Blut möglicherweise gefährlich ansteigt (Hyperkaliämie). Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall sogar ein Herz-Kreislauf-Stillstand.

Besonders kaliumreiche Lebensmittel sollten nur in geringem Maß verzehrt werden. Zusätzlich lässt sich der Kaliumgehalt bestimmter Lebensmittel mit speziellen Zubereitungsmethoden weiter verringern.

Phosphat

… ist eine Mineralstoffverbindung, die wichtig für den Knochenstoffwechsel ist. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Phosphat nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Anders als Kalium lässt sich Phosphat nur bedingt durch Wässern aus bestimmten  Lebensmitteln entfernen. Zu hohe Phosphatkonzentrationen (Hyperphosphatämie) können zu Gefäßverkalkungen und Verschlüssen von Blutgefäßen führen.

Vermeiden Sie besonders den regelmäßigen Verzehr phosphatreicher Lebensmittel wie Milch und Hartkäse. Da eiweißreiche Nahrungsmittel in der Regel gleichzeitig sehr phosphathaltig sind, verringert eine moderate Eiweißzufuhr die Menge an aufgenommenem Phosphat. Versuchen Sie außerdem, auf Produkte mit phosphathaltigen Zusatzstoffen (vor allem in Fertiggerichten oder Cola-Limonaden enthalten) zu verzichten. Hat Ihr Arzt Ihnen Phosphatbinder verordnet, nehmen Sie diese bitte zu phosphatreichen Mahlzeiten ein.

Kochsalz

… spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes. Eine salzarme Ernährung kann sich bei Bluthochdruck und Wassereinlagerungen positiv auswirken.

Vermeiden Sie salzreiche Lebensmittel – insbesondere Fertiggerichte sind oftmals sehr salzhaltig. Verwenden Sie Salz bei der Zubereitung von Lebensmitteln nur sparsam. Stattdessen können frische Kräuter und reine Gewürze für Geschmacksvielfalt sorgen. Auf Diätsalze sollten Sie verzichten, da diese viel Kalium enthalten können.

Flüssigkeit

Bei chronischer Nierenerkrankung im Frühstadium kann eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme die Nierenleistung unterstützen. Wenn die Nierenschädigung weiter fortschreitet, kann jedoch weniger Wasser über die Niere ausgeschieden werden. Dann kann es zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommen, sodass der Arzt möglicherweise eine Einschränkung der täglichen Trinkmenge empfiehlt.

Konkrete Ernährungsempfehlungen für Nierenpatienten ohne Dialysepflicht finden Sie in unserem Ratgeber: In 3 Schritten zur richtigen Ernährung – Eine Anleitung für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ohne Dialysepflicht

Dialysepatienten

Hier erhalten Sie einen Überblick, welche Bedeutung die einzelnen Nahrungsbestandteile für Dialysepatienten haben:

Energie

Es ist wichtig, stets genügend zu essen, um sich mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen und einer Mangelernährung vorzubeugen. Im Fall einer Unterversorgung mit Energie werden die körpereigenen Energiereserven und die Muskulatur abgebaut. Die Folgen sind eine verminderte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Bei der Zusammenstellung der Nahrung sollte auf eine ausreichende Energiezufuhr geachtet werden. Untergewichtige Patienten wählen größere Portionen aus und greifen gegebenenfalls auf eine energie- und eiweißreiche Zusatznahrung zurück, wie z. B. restoric nephro intensiv oder restoric nephro intraD.

Mit dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) können Sie überprüfen, ob Ihr Gewicht im normalen Bereich liegt. Als Hilfestellung finden Sie dazu hier unseren praktischen Online-BMI Rechner.

Eiweiß

… ist der wichtigste Aufbaustoff für den Körper. Mit jeder Dialysebehandlung geht Eiweiß jedoch über die Dialysierflüssigkeit verloren. Zudem befinden sich Dialysepatienten in einem Stoffwechselzustand, der den Abbau von Körpereiweiß fördert (Katabolie). Ein dadurch entstehender Eiweißmangel führt unter anderem zum Abbau von Muskelmasse, körperlicher Schwäche und Wundheilungsstörungen.

Durch die Auswahl eiweißreicher Lebensmittel aus den Gruppen der Milch-, Fleisch-, Fisch- und Getreideprodukte können diese Verluste ausgeglichen werden. Gelingt dies nicht, kann die Eiweißlücke mithilfe von energie- und eiweißreiche Zusatznahrungen wie restoric nephro intensivntensiv oder restoric nephro intraD geschlossen werden.

Kalium

… ist wichtig für die normale Funktion von Muskeln und Nerven. Es ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten, vor allem in einigen Obst- und Gemüsesorten wie Banane, Süßkirschen, Brokkoli, Erbsen, aber auch in Kartoffeln. Bei einem Nierenversagen kann Kalium nicht mehr ausreichend über die Niere ausgeschieden werden, sodass der Kaliumgehalt im Blut gefährlich ansteigen kann (Hyperkaliämie). Als Folge können Herzrhythmusstörungen oder sogar ein Herz-Kreislauf-Stillstand entstehen.

Besonders kaliumreiche Lebensmittel sollten nur in geringem Maß oder kurz vor/während der Dialysesitzung verzehrt werden. Zusätzlich lässt sich der Kaliumgehalt einiger Lebensmittel durch bestimmte Zubereitungsmethoden wie längere Wasserbäders Wässern oder Kochen in viel Wasser weiter verringern.

Phosphat

… spielt eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz kann Phosphat nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Auch durch die Dialysebehandlung kann es nur in begrenztem Umfang aus dem Blut entfernt werden. Anders als Kalium lässt sich Phosphat nur bedingt durch Wässern aus bestimmten  Lebensmitteln entfernen. Zu hohe Phosphatkonzentrationen (Hyperphosphatämie) können auf Dauer die Blutgefäße verkalken. Der Verschluss von Blutgefäßen führt häufig zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

Besonders phosphatreiche Lebensmittel wie Milch und Hartkäse sollten nur selten und in sehr kleinen Mengen verzehrt werden. Hat Ihr Arzt Ihnen Phosphatbinder verordnet, nehmen Sie diese bitte zu phosphatreichen Mahlzeiten ein.

Kochsalz

… ist mit verantwortlich für die  Regulation des Wasserhaushaltes. Bei Bluthochdruck und Wassereinlagerungen kann sich eine salzarme Ernährung positiv auswirken.

Entscheiden Sie sich gegen salzreiche Lebensmittel – insbesondere Fertiggerichte sind oftmals sehr salzhaltig. Salzen Sie Ihre Speisen nur sparsam. Stattdessen können frische Kräuter und reine Gewürze für Geschmacksvielfalt sorgen. Auf Diätsalze sollten Sie verzichten, da diese viel Kalium enthalten können.

Flüssigkeit

Wasser kann bei terminaler Niereninsuffizienz nicht mehr ausreichend aus dem Körper ausgeschieden werden. Die tägliche Flüssigkeitsaufnahme orientiert sich am noch vorhandenen Restharn. Ihr Arzt legt die genaue Trinkmenge fest. Wird täglich zu viel Flüssigkeit aufgenommen, kommt es zu Wassereinlagerungen im Körper. Dies kann zu Ödemen und Bluthochdruck führen. Zudem ist die Dialysebehandlung für den Kreislauf deutlich belastender, da dem Körper mehr Wasser entzogen werden muss.

Entscheidend ist, das Durstgefühl gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dies kann gelingen, indem Sie sehr süße, salzige oder scharfe Speisen und Getränke meiden. Kleine Eiswürfel, Zitronenstückchen, Mundsprays, zuckerfreie Pfefferminzbonbons und Kaugummi können bei der Linderung des akuten Durstgefühls helfen. Auch durch das Würzen mit Kräutern, wie Petersilie und Schnittlauch, kann Kochsalz eingespart werden.

Nach ärztlicher Absprache können bestimmte Medikamente mit den Mahlzeiten eingenommen werden, um zusätzlich Trinkflüssigkeit einzusparen.

Konkrete Ernährungsempfehlungen für Dialysepatienten finden Sie in unserem Ratgeber: In 3 Schritten zur richtigen Ernährung – eine Anleitung für Dialysepatienten

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