Ernährung im Alter

Eine ausgewogene und bedarfsdeckende Ernährung im Alter, das heißt ab 65 Jahren, trägt zum Erhalt der Lebensqualität bei. Für Jung und Alt wird gleichermaßen empfohlen: möglichst vielfältig und abwechslungsreich sollte die Speisenauswahl sein. Und gut schmecken sollte es natürlich auch. Mehr Nährstoffe verpackt in ausreichend Energie helfen, länger fit und vital zu bleiben. Personen, die es schaffen, ihre körperliche Kraft und das Wohlbefinden aufrecht zu erhalten, können länger für sich selbst sorgen.

Besondere Bedürfnisse im Alter: mehr Nährstoffe bei weniger Energie

Mit dem Alter sinkt zwar häufig der Energiebedarf, jedoch bleibt der Bedarf an den meisten Nährstoffen gleich oder steigt sogar an. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Menschen ab 65 Jahren eine höhere Eiweißaufnahme von 1 g pro kg Körpergewicht pro Tag. Das entspricht 70 g Eiweiß pro Tag bei einer Person mit 70 kg Körpergewicht. Eine ausreichende Eiweißaufnahme ist wichtig, um dem Muskelschwund im Alter (Sarkopenie) entgegenzuwirken und um die Funktion lebensnotwendiger Prozesse im Körper zu gewährleisten.

Bei einigen akuten oder chronischen Erkrankungen steigt zudem der Eiweißbedarf zusätzlich an. Zu den eiweißreichen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder Vollkornprodukte.

Bei einigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin D, Folsäure oder Kalzium besteht ein besonderes Risiko für eine unzureichende Aufnahme. Diese Nährstoffe befinden sich vor allem in Milchprodukten, Käse, fettem Seefisch sowie Obst und Gemüse.

Vollwertige Ernährung, die lecker schmeckt

Menschen über 65 Jahre sollten eine vollwertige Ernährung mit hoher Nährstoffdichte, das bedeutet mit vielen Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe) auf kleinem Volumen, bevorzugen. Viel Obst und Gemüse, Nüsse, pflanzliche Öle, Fisch, Hülsenfrüchte und ballaststoffreiche Getreideprodukte sorgen für Abwechslung und Freude beim Essen.

Für manche Menschen kann es bekömmlicher sein, lieber 5-6 kleine Mahlzeiten am Tag zu essen als 3 große. Eine ausgewogene Ernährung beugt Mängeln vor und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit.

Ausreichend trinken

Die Trinkmenge nimmt im Alter meistens ab, da das Durstempfinden nachlässt. Trotzdem sollte ausreichend, das heißt etwa 1,5 l pro Tag, getrunken werden. Wasser, Tees oder Saftschorlen eignen sich gut, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen.

Bei Flüssigkeitsmangel steigt die Gefahr für Kreislaufbeschwerden, Konzentrationsschwäche und Verwirrungszustände. Auch Verstopfungen können die Folge sein und das wirkt sich ungünstig auf den Appetit aus.

Bewegung hält fit und unabhängig

Auch ab 65 Jahren lohnt sich körperliche Bewegung. Tatsächlich lässt sich mit regelmäßigem Sport das biologische Alter herabsetzen. Bewegung im Alter erhält die Muskulatur, vermindert das Risiko für Diabetes und Krebserkrankungen und stärkt die Knochen. Zudem zeigen Studien, dass körperliche Bewegung die Erhaltung der geistigen Fitness fördert. Dabei reichen leichte regelmäßige Aktivitäten, wie zum Beispiel ein 30-minütiger Spaziergang an mindestens jedem 2. Tag schon aus, um einen positiven Effekt zu erzielen.

Auch im Alter kann man durch eine proteinreiche Ernährung, kombiniert mit einem leichten Krafttraining, neue Muskulatur aufbauen. Mit der Beweglichkeit bleibt auch die Unabhängigkeit erhalten. Eine sportliche Aktivität ist außerdem eine neue Chance für soziale Kontakte.

Ernährung bei Pflege­bedürftigkeit

Gerade im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit ist Ernährung ein wichtiger Einflussfaktor für den Gesundheitszustand. Mit zunehmender Gebrechlichkeit wird es schwieriger, sich die Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Wenn Menschen sich nicht mehr im vollen Umfang selbst versorgen können, brauchen sie Hilfe, ob beim Einkaufen, beim Zubereiten der Speisen oder beim Essen.

Zuhause lebende Senioren, die bereits unter Bewegungseinschränkungen leiden, sollten darauf achten, dass die Mahlzeiten nicht zu aufwändig sind. Eine gute Entlastung kann es sein, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, bei denen fertig zubereitete Mahlzeiten nach Hause geliefert werden.

Angehörige können zudem beim Essen und Trinken unterstützen und fördern so eine bedarfsdeckende Ernährung. Je nach Pflegestufe können Senioren auch eine Haushaltshilfe oder einen Pflegedienst bei der Krankenkasse beantragen.

Probleme mit Ernährung im Alter: wenn der Appetit sinkt

Wenn der Appetit im Alter nachlässt, hat dies oft vielfältige Ursachen. Bewegungsmangel, ein schlechteres Geruchs- und Geschmacksempfinden, Zahnprobleme, Schmerzen, Schluckstörungen, Erkrankungen, bestimmte Medikamente, eine langsamere Verdauung, Einsamkeit – all das drückt auf den Appetit.

Eine dauerhaft zu geringe Nahrungsaufnahme geht in der Regel mit einer Gewichtsabnahme einher. Diese bleibt zunächst häufig unbemerkt, wenn sie langsam und schleichend verläuft. Dabei geht nicht nur Körperfett, sondern auch essentielles Körpereiweiß verloren. Regelmäßiges Wiegen sollte im Alter daher zur Routine werden, um den Gewichtsverlauf zu beobachten. Wird unbeabsichtigt an Körpergewicht verloren, sollte dies unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Denn wird der Verlust von Körpersubstanz einfach hingenommen, kann dies schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Was tun gegen Appetitverlust und Mangelernährung

Ganz besonders wichtig ist es, Essprobleme im Alter frühzeitig zu erkennen. Je länger man wartet, desto mehr verschlechtert sich der Ernährungszustand und desto schwieriger wird es, aus dem Teufelskreis der Mangelernährung herauszufinden. Gerade im Fall krankheitsbedingter Mangelernährung muss schnell gehandelt werden, da der Behandlungserfolg unter anderem vom Ernährungszustand des Patienten abhängen kann.

Gemeinsames Essen mit Familie oder Freunden macht mehr Spaß als alleine zu essen. Bestehen Schmerzen beim Kauen, sollte die Ursache dafür gefunden und behoben werden. Bei Schluckstörungen bietet es sich an, die Mahlzeiten sehr klein zu schneiden oder zu pürieren. Es gibt die Möglichkeit, Speisen mit geeigneten Zusätzen anzureichern. Eine Ernährungsberatung ist für viele Menschen mit Essproblemen und deren Angehörige hilfreich.

In jedem Fall sollte dringend ein Gespräch mit einem Arzt stattfinden, damit dieser dabei unterstützen kann den Ursachen des Gewichtsverlustes auf den Grund zu gehen. Insbesondere wenn keine offensichtlichen Gründe dafür vorliegen, müssen Krankheiten als Verursacher ausgeschlossen werden.

Falls es für den Betroffenen nicht möglich ist, seinen Kalorien- und Eiweißbedarf selbst zu decken, kann der Arzt eine vollbilanzierte Trinknahrung verordnen. Handelt es sich dabei um ein Pulverprodukt, so kann es mit Wasser zu einer energiereichen Trinknahrung angeschüttelt werden. Alternativ bieten sich diverse Möglichkeiten ein Pulver in verschiedenen Speisen zu verarbeiten. Vollbilanzierte Trinknahrungen unterstützen die bedarfsgerechte Ernährung, wenn die Energie- und Eiweißlücken durch die normale Ernährung nicht gefüllt werden können. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung eines gesunden Ernährungszustandes und das verbessert auch die Lebensqualität.

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