Ernährung bei Nierenerkrankung

Die Niere ist ein lebensnotwendiges Organ und ähnelt von der äußeren Form einer Bohne. Im menschlichen Körper sind zwei Nieren angelegt, die sich rechts und links von der Wirbelsäule befinden. Die beiden Nieren übernehmen ebenso vielfältige wie überlebenswichtige Aufgaben im Körper, indem sie beispielsweise Stoffwechselgifte über die Ausscheidung von Urin entfernen. Darüber hinaus regulieren sie den Flüssigkeitshaushalt, den Säure-Basen-Haushalt sowie den Elektrolythaushalt und geben Hormone in das Blut ab.

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz sind diese für den Körper elementaren Abläufe gestört, was schwerwiegende Auswirkungen hat. Der Funktionsverlust der Nieren wird je nach Schweregrad in fünf Stadien eingeteilt. Im terminalen Stadium kommt die Nierenleistung vollständig zum Erliegen. Dann ist eine Nierenersatztherapie notwendig, entweder in Form einer künstlichen Blutwäsche (Dialyse) oder durch die Transplantation einer gesunden Niere.

Ist die Nierenerkrankung bereits fortgeschritten, sammeln sich im Körper Abbauprodukte des Stoffwechsels an, die nun nicht mehr ausreichend über den Urin ausgeschieden werden können und nach und nach den Körper vergiften. Die Folgen sind erheblich und schränken das Wohlbefinden zunehmend ein: Die Patienten fühlen sich kraftloser und weniger leistungsfähig, ihr Appetit nimmt ab und sie leiden unter Übelkeit und Erbrechen. In schwerwiegenden Fällen kann es zu Wassereinlagerungen und in deren Folge auch zu Atemnot kommen, nicht zuletzt ist das Auftreten von schmerzhaften Krampfanfällen möglich. Aufgrund der vielfältigen Auswirkungen einer Nierenerkrankung werden die Betroffenen daher frühzeitig von Fachärzten für Nephrologie betreut.

Patienten mit Nierenschädigung können jedoch auch selbst zu ihrem individuellen Wohlbefinden beitragen: Mit einer angepassten, nierenfreundlichen Ernährung kann die Menge an schädlichen Abbauprodukten im Körper verringert werden. Auf diese Weise können die bereits geschädigten Nieren entlastet werden. Es lohnt sich jedoch auch aus einem weiteren Grund, vermehrt auf die Ernährung zu achten: Da eine eingeschränkte Nierenfunktion häufig mit abnehmendem Appetit einhergeht, geraten viele Patienten in eine Mangelernährung. Diese wirkt sich ungünstig auf den weiteren Krankheitsverlauf aus. Mithilfe einer ausreichenden Ernährung, welche die speziellen Anforderungen der Niereninsuffizienz berücksichtigt, haben die Betroffenen einen großen Einfluss auf ihre Lebensqualität und können der Entstehung von Mangelzuständen entgegen wirken.

Je nach Stadium der Nierenerkrankung unterscheiden sich die Bedürfnisse hinsichtlich einer optimalen Ernährung zum Teil erheblich voneinander. So haben Dialysepatienten mitunter andere Schwerpunkte zu setzen als Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ohne Dialysebehandlung. Die Ernährungstipps auf den folgenden Seiten richten sich daher gezielt an die jeweilige Patientengruppe.