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Leitlinien Enterale Ernährung bei Niereninsuffizienz

Bei der Therapie der Mangelernährung ist es entscheidend, die geeigneten Nahrungssupplemente einzusetzen. Um Ärzten die Auswahl der jeweils geeigneten Ernährungsform und Nahrung zu erleichtern, wurden Leitlinien zur Enteralen Ernährung entwickelt. 88 Experten auf dem Gebiet der klinischen Ernährung wie Ärzte, Apotheker sowie Fachkräfte für Ernährung und Pflege aus mehreren Ländern erarbeiteten die Leitlinien unter Leitung der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN). Dabei werteten die Experten in den Jahren 2004 und 2005 Studien zur enteralen Ernährung aus und entwickelten krankheitsspezifische Empfehlungen zum Einsatz enteraler Ernährung. Im Folgenden werden die Leitlinien bei Nierenversagen auszugsweise vorgestellt.

Was sagen die Leitlinien Enterale Ernährung zu Patienten mit Niereninsuffizienz?

Patienten mit Nierenversagen stellen keine einheitliche Gruppe dar, daher unterscheiden sich die ernährungs-therapeutischen Maßnahmen beträchtlich voneinander.

 

Patienten mit akutem Nierenversagen (ANV)

Am häufigsten wird eine enterale Ernährung bei Patienten mit akutem Nierenversagen (ANV) eingesetzt. Meistens leiden diese Patienten unter weiteren Komplikationen oder einem Versagen mehrerer Organe. Das akute Nierenversagen führt zu einem Proteinkatabolismus, der Körper baut vermehrt Eiweiß ab.

In den Leitlinien empfehlen die Experten daher eine speziell angepasste Trink- und Sondenkost:

„Bei Patienten mit unkompliziertem ANV, die sich nicht ausreichend oral ernähren können und zusätzlich eine enterale Ernährung erhalten, sollten spezielle Trink- und Sondennahrungen, die für HD-Patienten [Patienten mit Hämodialyse] bzw. CNV-Patienten [Patienten mit chronischem Nierenversagen] entwickelt worden sind, eingesetzt werden.“

Auch weisen die Experten darauf hin, dass

„eine enterale Ernährung die Überlebensrate von Patienten mit ANV verbessert“ .

 

Patienten mit chronischem, nicht dialysepflichtigem Nierenversagen (CNV)

Durch den Verlust der Nierenfunktion wird der Körper zunehmend mit Abbauprodukten aus dem Stoffwechsel belastet, den sogenannten urämischen Toxinen. Dies führt unter anderem zu Übelkeit und abnehmendem Appetit. Darüber hinaus verursacht das chronische Nierenversagen Störungen der Darmbeweglichkeit, was sich in Verstopfungen äußern kann. Vielen Patienten gelingt es nicht mehr, ihren täglichen Nährstoffbedarf zu decken.

Je weiter das Nierenversagen fortschreitet, desto größer ist das Risiko, an einer Mangelernährung zu leiden:

„Es besteht eine direkte Korrelation zwischen dem Ausmaß der Niereninsuffizienz und der Abnahme der spontanen Nährstoffaufnahme, die im Prädialysestadium ihr Minimum erreicht.“

Die Ernährungsexperten empfehlen daher eine enterale Ernährung bei Patienten mit chronischem Nierenversagen, die sich selbst nicht mehr ausreichend ernähren können:

„Für eine langfristige (> 7 Tage) enterale Ernährung bei metabolisch stabilen Patienten mit CNV sollten spezielle Trink- und Sondennahrungen mit reduziertem Proteingehalt und vermindertem Elektrolytgehalt eingesetzt werden“.

 

Patienten unter intermittierender Hämodialyse (HD-Patienten)

Hämodialyse-Patienten haben

„ein hohes Risiko, eine Mangelernährung auszubilden“.

Auch sie sind mit urämischen Toxinen belastet, zusätzlich führt die Dialysebehandlung selbst zu Verlusten von Nähr- und Vitalstoffen. Mangelernährte Dialysepatienten leiden nicht nur häufiger unter weiteren Erkrankungen, sondern haben auch ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko:

„Zwischen dem Ausmaß der Mangelernährung und der Verschlechterung der Prognose bei HD-Patienten besteht ein gut dokumentierter Zusammenhang.“

Die Experten halten eine enterale Ernährung deshalb bei den Patienten für sinnvoll, die sich nicht mehr ausreichend oral ernähren können. Sofern eine orale Nahrungsaufnahme noch möglich ist, wird die Gabe einer Trinknahrung während der Dialysebehandlung empfohlen, um den Ernährungszustand zu verbessern. Die Ernährungsexperten stellen zudem fest, dass Trink- und Sondennahrungen mit reduziertem Eiweißgehalt nicht für Dialysepatienten geeignet sind, da diese einen erhöhten Proteinbedarf haben. Sie verweisen auf eine Studie, der zufolge lediglich die Trinknahrung mit dem höchsten Eiweiß- und Kaloriengehalt zu steigendem Körpergewicht und Albuminwerten der Patienten führte.

Doch nicht immer ist eine orale Zusatznahrung ausreichend, so dass Dialysepatienten auf die Ernährung über die Sonde angewiesen sind:

„Bei ausschließlich enteraler Ernährung sollten spezielle, für HD-Patienten entwickelte Sondennahrungen eingesetzt werden.“

 

Patienten unter kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)

Patienten, die über das Bauchfell dialysiert werden, haben einen noch höheren Eiweißbedarf als Hämodialyse-Patienten. Gleichzeitig enthalten die eingesetzten Dialysierflüssigkeiten häufig viel Glukose, so dass diese Patienten nicht unter einer ungenügenden Energiezufuhr leiden, in manchen Fällen ist die Gesamtenergiezufuhr sogar erhöht.

„Bei CAPD-Patienten besteht aus den erwähnten Gründen seltener eine Energiemangelernährung. Durch den erhöhten Verlust an Protein bzw. Aminosäuren können jedoch eine Proteinmangelernährung oder Mangelzustände anderer Substanzen (Mikronährstoffe) auftreten.“

Bei Peritonealdialyse-Patienten empfehlen die Experten daher proteinreiche Trink- und Sondennahrungen.

Quelle: Druml W et al. Nephrologie… Aktuel Ernaehr Med 2003; 28, Supplement 1: S95ff.

 

Zum Nachlesen: Leitlinie Enterale Ernährung von Patienten mit Niereninsuffizienz